Tiefenwirkung zeichnen: 4 Schritte für mehr Tiefe in deinen Bildern mit wasservermalbaren Farbstiften
Wir zeigen dir im Folgenden vier Schritte, wie du mit wasservermalbaren Farbstiften einen dreidimensionalen Effekt und somit Tiefenwirkung in Bildern erzeugen kannst.
Tiefenwirkung durch Farbe – was versteht man darunter?
Der Begriff Tiefenwirkung bezeichnet die Erscheinung von räumlicher Tiefe. Ein Bild mit Tiefenwirkung wirkt demnach dreidimensional. Dem Betrachter wird dank des Tiefeneffekts suggeriert, er könne sämtliche Objekte und Bildelemente ergreifen. Dank des Einsatzes bestimmter Farben, Strichdicken, Texturen und Grundprinzipien wird eine Illusion von Dreidimensionalität, Raum und Distanz kreiert.
Wie Anfänger Tiefe zeichnen und räumliche Tiefe erzeugen können? Im Folgenden zeigen wir dir, wie du eine zweidimensionale Olive in nur wenigen Schritten in ein Objekt mit Tiefe und Perspektive verwandeln kannst.
Die Vorzeichnung erstellst du entweder mit einem Bleistift oder mit einem grautönigen, wasserlöslichen Buntstift. Wenn du eine Vorlage überträgst, dann ist der Bleistift eine sinnvollere Wahl. Zeichnest du frei aufs Papier, solltest du einen Buntstift verwenden, weil sich die Konturen mit Wasser anlösen lassen.
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Für den ersten trockenen Farbauftrag haben wir zwei Farben verwendet. Besonderen Augenmerk solltest du auf die Highlights und die Schatten legen. Nutze zuerst den abgetönten, wasservermalbaren Farbstift in der Farbe “G2” (Du findest die Farbnummer in der Schaftbedruckung deines Buntstifts). Beginne damit die Olive vollflächig leicht auszumalen. Ein gleichmäßiger, sehr leichter Farbauftrag ist wichtig. Trägt man bei der ersten Schicht zu viele Pigmente auf, kann keine Tiefenwirkung erreicht werden. Das Highlight wird ausgespart und später auch nicht mit Wasser übermalt.
Mit dem Tinted Watercolour Pencil in der Farbe G20 fügst du nun auf der Schattenseite einen zweiten Layer hinzu. Versuche hierbei weiche Übergänge zu erzeugen und etwas mehr Pigmente aufzubringen. Oftmals passiert es Anfängern, dass sie die Farbe am Anfang zu gesättigt und mit zu viel Druck auftragen. Arbeite daher in diesem Schritt ganz leicht.
Tipp:
Bevor das Aquarellieren beginnt, möchten wir dir noch hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben:
- Zu viel Wasser am Pinsel lässt alles schwimmen, dadurch kannst du die Pigmente nicht mehr steuern.
- Du hast zu viel Wasser auf dem Papier? Dann säubere und trockne deinen Pinsel – mit seinen Haaren kann er überschüssiges Wasser aufsaugen.
Nimm nun den dünnen Rundpinsel zur Hand. Beginne auf der hellen Fläche die Pigmente mit Wasser anzulösen. Berühre dabei nicht die weiße Fläche des Highlights. Löse dann mit wenig Wasser die Kante rund um das Highlight an, um softe Übergänge zu erzeugen. Nachdem beide Flächen fertig angelöst sind, solltest den Pinsel für die weitere Verwaschung auf der Schattenseite auswaschen. Anschließend kannst du mit wenig Wasser am Pinsel die Übergänge verblenden.
Warte, bis das Papier vollständig getrocknet ist. Nun arbeitest du die Details ausschließlich mit der Trockentechnik heraus.
Die Farben aus den vergangenen Schritten setzt du mit mehr oder weniger Transparenz und Druck erneut ein. Dadurch kannst du die Details besser herausarbeiten.
Der STAEDTLER Buntstift 146 10C in Schwarz intensiviert nochmals die Schattenflächen. Denke aber immer daran, diesen nicht zu nah am Highlight zu einzusetzen.
Hier zeigen wir dir den Vergleich, wenn der erste Layer mit nur einer Farbe - STAEDTLER tinted G2 - gestaltet wurde und die erste Aquarellschicht angelegt ist. Man erkennt sofort die fehlende Tiefe im Vergleich zu Step 3:
Unsere 6 Top-Tipps
Um räumliche Tiefe zu zeichnen bedarf es einiger Tipps und Tricks. Im Folgenden erläutern wir, wie du mithilfe von Helligkeitsunterschieden, graduellem Farbauftrag und den richtigen Farben Tiefe zeichnen und erzeugen kannst:
- Um Bilder mit Tiefenwirkung zu malen, kannst du verschiedene Farbtöne einsetzen. Denn: Warme, reine Farbtöne wirken so, als befänden sie sich auf der vordersten Ebene. Hierzu zählen Nuancen wie Orange, Gelb oder Rot. Gebrochene, kalte Farben wirken hingegen so, als befänden sie sich im hinteren Bildteil. Um diesen Effekt zu kreieren, solltest du auf Farbnuancen wie Grün, Blau oder Grau setzen. Ebenso ausschlaggebend ist die Strahlkraft der Farben. Demnach rückt ein strahlendes, frisches Blau mehr in den Vordergrund als ein dunkleres Altrosa.
- Um mehr Raumtiefe zu erzeugen, kannst du mit Konturen und weichen Übergängen spielen. Bildelemente mit scharfen, präzisen Kanten erscheinen näher am Betrachter, da ihre Konturen leichter zu erkennen sind. Objekte mit unscharfen Kanten wirken hingegen so, als seien sie weiter vom Betrachter entfernt. An manchen Stellen können sie sogar mit dem Bildhintergrund verschmelzen beziehungsweise die Konturen nicht mehr klar definierbar sein.
- Um in deiner Zeichnung einen Eindruck von Tiefe zu erzeugen, kannst du Formen und Elemente in unterschiedlicher Größe einzeichnen. Demnach werden größere Bildelemente im Bildvordergrund eingezeichnet, da sie sich näher am Betrachter befinden. Mit zunehmender Entfernung werden die Bildobjekte immer kleiner – wie es in der realen Welt auch der Fall ist.
- Tiefenwirkung kannst du auch zeichnen, indem du mit Texturen und Strukturen experimentierst. In diesem Fall gilt: Je näher sich das Objekt am Betrachter befindet, desto deutlicher sind dessen Oberflächentexturen erkennbar. Befindet sich das Objekt in der Bildmitte oder weiter hinten, weist dieses glattere und weniger texturierte Flächen auf.
- Transparenzen sorgen für eine stärkere Tiefenwirkung. Werden sämtliche Bilddetails mit deckender Farbe ausgemalt, erscheinen diese plakativ und zweidimensional. Ergänze plakative Elemente um transparente Farbauftragungen, die darunterliegende Farbschichten erkennen lassen. Das verleiht deinem Bild im Handumdrehen mehr Raumtiefe!
- Diagonale Striche sorgen ebenfalls für einen überzeugenden Tiefeneffekt. Bei dieser Technik ziehst du Striche diagonal nach hinten und zentrierst diese im Bildmittelpunkt. Dadurch entsteht eine gewisse Plastizität. Außerdem wird die Anordnung der Objekte im Raum verdeutlicht. Ergänzt du diese Technik um die oben genannten Tricks, wirkt das Bild dreidimensional.