Wissenschaftliche Förderprojekte
Über 630 wissenschaftliche und kulturelle Projekte hat die STAEDTLER-Stiftung seit ihrer Gründung unterstützt.
Einige aktuelle Projekt-Beispiele stellen wir Ihnen an dieser Stelle vor:
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
Rahmenprojekt "Innovation und Wissen stiften": emergente Forschung an der FAU
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) setzt bei ihrer Forschung einen intensiven Fokus auf die zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Dabei werden neuartige Forschungsmethoden adressiert und Zukunftsfelder aufgespürt. Mit dem Rahmenprojekt „Innovation und Wissen stiften“ fördert die STAEDTLER-Stiftung seit 2018 gesellschaftsrelevante Forschungsideen aller Fachrichtungen der FAU. Dabei sind außergewöhnliche Lösungsansätze und neuartige Methoden gefragt. Gerade bei der Erforschung von zukunftsweisenden Themen gewinnen emergente Forschungsfelder immer mehr an Bedeutung. Dabei handelt es sich um „wissenschaftliches Neuland“, das meist an Fächergrenzen angesiedelt ist, und erst durch die Kooperation verschiedener Forschungsdisziplinen und -perspektiven erschlossen werden kann.
Diese emergenten Forschungsprojekte werden an der FAU erfolgreich über die profilbildenden Forschungsfelder identifiziert - ein mehrstufiger Evaluierungsprozess unter Einbeziehung hochrangiger, internationaler Wissenschaftler. Auf Basis dieses „Qualitätssiegels“ kann die STAEDTLER-Stiftung gezielt emergente Projekte mit hoher gesellschaftlicher Bedeutung und Innovationskraft fördern.
Auswahl aktuell geförderter Projekte
- Next-generation AI for Integrated Diagnostics
- ImmunoCluster:ein Paradigmenwechsel in der Immunmedizin
- Regulation eosinophil-assoziierter Lungenentzündung im Mausmodell
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Multi-Omics-Integration des Darmmikrobioms zur Entschlüsselung mikrobieller Einflussfaktoren bei CED
- Induktion von Antikörperantworten gegen gering immunogene Zuckerstrukturen mikrobieller Krankheitserreger
- Modulation von FcyRIV-positiven intra-tumoralen B-Zellen zur Tumortherapie
- T-Zell Regeneration nach CAR-T zell-basierter Immuntherapie bei Patienten mit B-Zell Non-Hodgkin Lyphom
- Einfluss des Aminosäurenstsoffwechsels auf Immunabwehr und Kolonisationsresistenz gegenüber Infektionserregern des Darms und der Haut
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (TH Nürnberg) - Projektbeispiele:
ASAN: Vom Acker in die Schule - True Cost Accounting an Schulen
Wie teuer ist unser Essen wirklich?
Wie entstehen die wahren Kosten unserer Lebensmittel? Genau das zeigt das ASAN-Projekt auf innovative Weise. Mit einem interaktiven Simulationsspiel und begleitenden Comics lernen Schülerinnen und Schüler, welche ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen die Lebensmittelproduktion hat. Von der Kuh bis zum Burger werden versteckte Umwelt- und Sozialkosten sichtbar gemacht - verständlich, praxisnah und spannend aufbereitet.
So wird Nachhaltigkeit nicht nur erklärt, sondern erlebbar gemacht und ein wichtiger Beitrag zu bewussterem Konsum und zukunfsorientierten Denken geleistet. Das Projekt legt durch Bildungs- und Aufklärungsarbeit den Grundstein für mündige Entscheidungen und verantwortungsvolles Handeln von Kindern und Jugendlichen, um früh Bewusstsein über versteckte Kosten und ein Auseinandersetzen mit der Ernährung zu schaffen.
Carbon4Bac - Nutzung des Treibhausgases CO² als Rohstoff für bakterielle Bioprozesse
Dieses Projekt erforscht, wie Kohlendioxid (CO²) als Rohstoff genutzt werden kann. Mithilfe von Bakterien wird CO² in wertvolle Materialien umgewandelt und für industrielle Anwendungen nutzbar gemacht.
Es entstehen innovative Lösungen für eine effizientere und nachhaltigere Produktion.
„OSTEO-MODEL - Ein erweitertes Kontinuumsmodell zur numerischen Analyse von Knochenumbauprozessen unter Berücksichtigung mechanischer Stimuli sowie Knochenstoffwechselaspekten“
Degenerative Knochenerkrankungen sind ein weitverbreitetes Phänomen in der Weltbevölkerung. Die zum Teil durch mechanische Belastung, Nährstoffmangel oder Hormonstörungen hervorgerufenen Krankheitsbilder, führen zu einem erhöhten Frakturrisiko. Computermodelle und –simulationen finden derzeit Anwendung in der Diagnostik und zur Bestimmung von Therapieansätzen. Zum einen kann mechanische Stimulation die Knochendichte verbessern. Zum anderen sind aber biochemische Faktoren, wie Nährstoffe und Vitamine, entscheidend. Ziel des Forschungsprojektes ist die Modellierung und Simulation wesentlicher Prozesse des Knochenumbaus. Als Resultat stehen Prophylaxe, Therapieansätze zur Verbesserung der individuellen Knochenkonstitution und langfristige Prognosen der Knochenentwicklung im Fokus.
Klinikum Fürth, Klinik für Neurologie, akad. Lehrkrankenhaus der FAU
„ARTIS - das ART in STROKE PROJECT“
Das Forschungsprojekt „ARTIS - das ART in STROKE PROJECT“ untersucht den Einfluss von Maltherapien auf Schlaganfallpatienten auf der Stroke Unit. Dabei handelt es sich um eine Intensivstation, die sich exklusiv mit der Schlaganfallbehandlung in einer neurologischen Klinik beschäftigt. Die Stroke Unit des Klinikum Fürth wurde erstmalig 2014 zertifiziert und zählt mit 1000 Schlaganfallpatienten pro Jahr zu den zehn größten Stroke Units in Bayern.
Hintergrund: Studien im Bereich der psychologischen Therapieforschung konnten bereits belegen, dass sich eine künstlerische Betätigung förderlich auf den seelischen Gesundheitszustand auswirken kann. Neurologisch finden im Rahmen des künstlerischen Gestaltens komplexe Vorgänge im menschlichen Gehirn statt. Werden die Maßnahmen regelmäßig durchgeführt, ist davon auszugehen, dass sie Trainingseffekte für das Gehirn auslösen. Eventuell lässt sich dieser Effekt auch therapeutisch ausnutzen, was bisher aber noch unzureichend untersucht wurde. Bisher vollkommen unklar ist, wie sich der Einsatz von Malen und Kunst auf Rehabilitationsprozesse nach einem erfolgten Schlaganfall auswirken könnte. Hier setzt das Projekt „ARTIS - das ART in STROKE PROJECT“ an. Erste Auswertungen zur Studie zeigen, dass eine Beschäftigung mit Kunst auf einer Stroke Unit tatsächlich zu signifikanten positiven Effekten für Schlaganfallpatienten führt. In den bisherigen Untersuchungen wurde insbesondere auf die subjektiven Einschätzungen des Patienten anhand von strukturierten Fragebögen wert gelegt. Im Anschlussprojekt soll nun das Follow-Up und die Untersuchung von Langzeiteffekten sowie spezifische Schlaganfallskalen Gegenstand der Forschung sein.
Paracelsus Medizinische Privatuniversität am Klinikum Nürnberg-Nord
Klinik für Innere Medizin 2, Schwerpunkt Geriatrie
„PAINT – Preventive Art Intervention Therapy“ - Effektivität von Kunst-/Maltherapie bei geriatrischen Patienten (ambulant und stationär)
Anschlussprojekt (ab 2020): „DUERER – Older Adults in Nuremberg and Art Therapy“
An der Paracelsus Medizinische Privatuniversität am Klinikum Nürnberg, Campus Nord, Klinik für Innere Medizin 2 mit dem Schwerpunkt Geriatrie, werden seit 2017 Studien zur Forschungsthematik Effekte von Kunsttherapie bei geriatrischen Patientinnen und Patienten durchgeführt. Das interdisziplinäre DUERER-Studienteam forscht dabei sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich. Übergeordnetes Ziel dieses breit angelegten Forschungsprogramms ist es, spezifische kunsttherapeutische Behandlungsansätze zu konzipieren und wissenschaftlich zu überprüfen, die individuell, wirksam und nachhaltig sind. Die bisherigen Forschungsarbeiten gliedern sich in die Studien PAINT I und II sowie die DUERER-Studien I–VI. Der Informationsfilm „Kreative Entlastung“ gibt einen kurzen Einblick in die DUERER-V-Studie. In dieser Studie standen belastete Pflegepersonen im Mittelpunkt. Link zum Informationsfilm: https://www.klinikum-nuernberg.de/behandlung/altersmedizin/geriatrie/geriatrie-campus-nord-sued/kunsttherapie/duerer-v
Im Januar 2026 hat die neue Studie DUERER VII in der geriatrischen Rehabilitation begonnen. Diese untersucht gezielt die Effekte von Kunsttherapie bei multimorbiden älteren Patientinnen und Patienten in Bezug auf Wohlbefinden, Lebensqualität und Emotionen.
Die STAEDTLER-Stiftung unterstützt seit Beginn mit ihren Förderungen diese Pionierarbeit. „Wenn sich am Ende herausstellt, dass Malen eine präventive Funktion in der Behandlung älterer Patienten ausübt, kann man das Geld nicht besser ausgeben“, sagt Wilhelm Wessels, Vorstandsvorsitzender der STAEDTLER-Stiftung.
Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
„Psycho-biologische Behandlungseffekte traumafokussierter Maltherapie bei Patienten mit psychischen und physischen Traumafolgestörungen.“
Die Kunsttherapie der Paracelsus Medizinische Privatuniversität am Klinikum Nürnberg-Nord hat sich seit Jahren insbesondere auf die Behandlung von Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen spezialisiert.
Zur Anwendung kommt dabei eine spezialisierte traumafokussierte Maltherapie. Insbesondere bei psychoonkologischen Krankheitsbildern zeigte sich eine Therapie mittels Kunsttherapie als effektiv in der Verbesserung der Krankheitsbewältigung.
Eine Vielzahl an Studien zur Untersuchung der therapeutischen Wirksamkeit von Maltherapie in der Traumabehandlung besitzt leider nur eine eingeschränkte Aussagekraft. Zur Erforschung der Effektivität von Behandlung ist es heute unabdingbar, neben den Maßen einer subjektiv erlebten Symptomverbesserung auch biologische Marker in die Therapiestudien mit einzubeziehen. Diese machen das Ausmaß an reduzierter Stressreaktivität oder Zellschädigung quantifizierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Kunsttherapie auf biologischer, stressassoziierter Ebene liegen bisher aber nicht vor.
Die Studie „Psycho-biologische Behandlungseffekte traumafokussierter Maltherapie bei Patienten mit psychischen und physischen Traumafolgestörungen“ soll in innovativer Weise die Psychotherapieeffekte von Maltherapie auf die akute immunologische und zelluläre Stressreaktivität bei Patientinnen mit Traumafolgestörungen untersuchen. Weitere Informationen zur Studie finden Sie über den untenstehenden Link.
Kunsttherapie hilft Frauen nach einer Fehlgeburt | NÜRNBERG