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Schreiben lernen gestern und heute

Schreiben lernen gestern und heute
10 min

Eine kleine Schulgeschichte von Bleistift, Füller und Co.

Der Blick ins Federmäppchen offenbart ein buntes Sammelsurium an Radiergummis, Spitzer, Zirkel und vor allem Stiften. Ob dreieckig oder hexagonal, mit Graphit oder Tinte: Schulstifte prägen, wie erste Buchstaben und Schriftzeichen entstehen. Im Jubiläumsjahr der Marke Noris wirft STAEDTLER einen Blick zurück auf die Geschichte des Schreibens weltweit. Denn für das Unternehmen mit Hauptsitz in Nürnberg ist 2021 ein besonderes Jahr: Vor 120 Jahren, am 01.04.1901, wurde die Marke Noris angemeldet. Heute verbindet sich mit dem Namen ein umfangreiches Schulsortiment. Sein weltweit prominentester Vertreter: der schwarz-gelb gestreifte Bleistift Noris 120.

 

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Schreiben und Schule

Erste Worte mit Bleistift, Kugelschreiber oder Füller? Je nach Stift sehen frühe Schreibversuche nicht nur anders aus, sie fühlen sich auch anders an. So unterschieden sich die Erfahrungen über die Jahrtausende allein dadurch, welches Schreibwerkzeug Anfänger zur Hand hatten. Bereits Sumerer unterrichteten ca. 2100 v. Chr. ihre Jungen im Lesen und Schreiben ihrer Schriften, die sie in Tontafeln und ähnlichem einritzten. Bambus, Schilfrohr, Stein oder Wachs: Genutzt wurde, was regional verfügbar war. Ob ein Schreibwerkzeug für den Alltag oder speziell für Schreibneulinge gemacht war, kam in Europa wahrscheinlich mit der Frühen Neuzeit verstärkt als Frage auf. Seitdem wird wohl zwischen Schreibwerkzeugen für Erwachsene und Schüler unterschieden.
 

Heute gehören Bleistift, Tintenfüller und Farbstift zu einer vollständigen Schulausstattung dazu. Der Dreiklang findet sich in der Bundesrepublik Deutschland bereits in den 1950er-Jahren.

Bildrechte: STAEDTLER Mars GmbH & Co. KG

Kreide, Bleistift oder Füller?

Wann genau Bleistift, Tintenfüller und Co. die Klassenzimmer der Welt eroberten, ist nicht eindeutig zu beantworten. Viele Schreibgeräte entwickelten und verbesserten sich parallel zueinander, wie eine Dissertation von Gotthard B. Jensen aus dem Jahr 2004 zeigt. Zugleich unterschieden sie sich zeitlich in ihrer Handhabung, Wartung oder auch im Preis. „Wir sehen ebenfalls bei uns im Unternehmensarchiv, dass gleichzeitig unterschiedliche Schreibwerkzeuge für die Schule angeboten wurden“, sagt Britta Olsen, Leiterin Marke und Kommunikation bei STAEDTLER. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte das Unternehmen Kinder als eigene Zielgruppe für Stifte. So findet sich im Inhaltsverzeichnis einer „Illustrierten Preisliste“ von 1898 der Eintrag „Farbstifte, kurze, für Kinder“.
 

Schreiben lernen weltweit

Schriften und Schreibwerkzeuge beeinflussten sich gegenseitig. So entwickelte sich beispielsweise unter der stabilen Kielfeder im 19. Jahrhundert die deutsche Schreibschrift, da mithilfe der Feder feine und gleichmäßige Schriftzüge möglich wurden. Auch in anderen Ländern differenzierten sich über die Jahrhunderte hinweg verschiedene Schriften aus. Somit unterscheidet sich die Fülle des Schreiblernstoffs für Schülerinnen und Schüler weltweit, um fundiert lesen und schreiben zu lernen. Während in Sprachen, deren Schrift das lateinische Alphabet zu Grunde liegt, 26 einzelne Buchstaben vermittelt werden, haben Kinder beispielsweise in China ein größeres Zeichensystem zu erlernen. Mit etwa 50.000 Zeichen ist die chinesische Schriftsprache sehr umfangreich, bis zur fünften Klasse sollen die Kinder ca. 10.000 Schriftzeichen beherrschen.
 

Der Bleistift als Dauerbrenner

Ganz gleich, welche Schrift erlernt wird: In Grundschulen weltweit wird regelmäßig der Bleistift als erstes Schreibwerkzeug verwendet. Während in Europa dabei die Härte HB bevorzugt wird, verwenden die Schülerinnen und Schüler in Asien überwiegend weichere Bleistiftspitzen. Ursprünglich im England des 16. Jahrhunderts entwickelt, ist der Bleistift beispielsweise im deutschen Sprachraum – inzwischen in Holz gefasst – seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein treuer Begleiter in der Schule. Seine Erfolgsgeschichte hängt auch mit dem Namen Staedtler zusammen. 1662 wurde Friedrich Staedtler, ein Vorfahre des späteren Unternehmensgründers Johann Sebastian, erstmals urkundlich als „Bleiweißsteftmacher“ in Nürnberg erwähnt.

In den Schulen steht der Bleistift seit dem 20. Jahrhundert in direkter Konkurrenz zum Schiefergriffel, dann zum Tintenfüller. Mitten darunter: der Noris Bleistift. In den 1930er-Jahren zunächst gelb/orange und dunkelbraun gestreift, ist der STAEDTLER Stift aus Nürnberg heute als gelb-schwarz gestreifter Klassiker weltweit bekannt. „Da sich ein falsch geschriebenes Wort beinahe rückstandslos entfernen lässt, sind Bleistifte gerade für Schreibneulinge in der Schule sehr beliebt“, so Britta Olsen.

Weltweit nutzen Schülerinnen und Schüler den Bleistift, um ihre ersten Schreibversuche auf das Papier zu bringen. Leichte Handhabbarkeit und die Möglichkeit, Fehler zu korrigieren, machen den Bleistift zum idealen Lernwerkzeug.

Bildrechte: STAEDTLER Mars GmbH & Co. KG

Die Tinte macht Konkurrenz

Die Weiterentwicklung der Rohr- bzw. Gänsefeder, die in deutschen Schulen bis ins 19. Jahrhundert hinein im Einsatz war, ist noch heute in Form des Tintenfüllers ein beliebtes Schreib- und Kalligraphiewerkzeug. Seit den 1940er-Jahren macht ein weiterer Stift von sich reden: Der Kugelschreiber. Bereits in den 1950er-Jahren fand er sich auch im Noris-Sortiment von STAEDTLER, ebenso wie der Faserschreiber, der dem Kugelschreiber an Beliebtheit im Alltag Konkurrenz macht. „Im Laufe der Zeit haben sich auch die Fasermaler weiter ausdifferenziert“, erklärt Britta Olsen. „Die unterschiedlichen Ausprägungen bezüglich Ergonomie, Linienbreite und Farbvielfalt sind an die individuellen Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Schulumfeld sowie in der Freizeit angepasst.“
 

Heute findet sich der Name Noris nicht nur auf Bleistiften, wie dem weltweit bekannten Noris 120, sondern auf einer Vielzahl von Produkten für das Federmäppchen und darüber hinaus.

Bildrechte: STAEDTLER Mars GmbH & Co. KG

Die Karriere einer Schulmarke

Unter dem Namen Noris entwickelt sich bei STAEDTLER in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine eigene Schulmarke. Ursprünglich angemeldet wurde die Marke Noris vor 120 Jahren am 1. April 1901 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin. Die Markeneintragung erfolgte noch im selben Jahr am 10. September. „Wie ein Katalog aus unserem Archiv zeigt, bot STAEDTLER unter dem Namen Noris bereits 1919 neben Bleistiften auch Pastellkreiden, Taschenstifte und Kopierstifte für den Schulalltag“, erzählt Britta Olsen. Zu dieser Entwicklung gehört, dass sich das Produktsortiment in den folgenden Jahrzehnten an die ergonomischen Anforderungen von Kinderhänden anpasste. Mit Noris junior sollen heute bereits Kleinkinder altersgerecht an das Malen und Schreiben herangeführt werden. Auch den klassischen, gelb-schwarz gestreiften Noris Bleistift gibt es als Ausführung für kleinste Kinderhände und als Stylus-Version für die digitale Handschrift.
 

Mehr Informationen zum Noris-Jubiläum unter:
www.staedtler.com/noris

Factsheet zur Schulgeschichte

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